Prospecting!

Unter Prospecting oder Exploring versteht man das Erkunden von abgelegenen Gebieten im Bezug auf Mineralien, Edelsteinen oder Ähnlichem. In unserem konkreten Fall hier geht es gerade um „Bedrock“ d.h. das feste Gestein welches aus dem Boden ragt. Es geht also nicht um Plaster-mining wie meist im Yukon, wo man einen Bach oder einen Fluss braucht und die Steine „spült“. Hier geht es um Mining wie man es kennt mit Stollen und Dynamit und Co. Allerdings wird nur eine aus 10.000 Proben zu einer Mine. Die ganze Sache steht also ganz am Anfang und wir nehmen diese Proben. Mal schauen was das hier gibt!

Mein erster Heliflug zum Prospecting – über 10 Minuten – und dann so einer!! Geiles Land!!

Mit Alex (oben im Video) und Laurent hier rechts, bin ich schon einige Tage unterwegs gewesen. Sie sind kletternde Geologen, die schon lange im Exploring unterwegs sind.

Einmal abgesetzt geht es ganz schnell! Der Heli verschwindet hinter der nächsten Ridge und Ruhe! Man hört nichts mehr!

9:30 Uhr, irgendwo in den Costal Mountains, British Columbia: In den Kopfhörern im Helikopter heißt es: „Alright we will take the spot on the right ridge“

Im Handumdrehen sah ich zusammen mit Alex und Laurent, zwei kletternden Geologen, dem Heli hinterher wie er knatternd hinter dem nächsten Felsvorsprung verschwindet.

Was macht man als erstes wenn man mit einem Heli in alpinem Gelände abgesetzt wird?

Richtig! Erstmal auf den Lokus – ein besseres Panorama dafür gibt es nicht! Danach eine rauchen und los.

Der Wald hier oben ist so schön unbelastet!

Die Aufgabe heute: Gesteinsproben von einer Felswand sammeln. Klingt einfach. Bis zum Felsen der nur 200m Luftlinie entfernt war, brauchen wir nur gute 1 ½ Stunden –querfeldein, dann über Pfade von Bergschafen bis wir schließlich das Geröll bis hoch zum Felsen steigen konnten. Verdammt das ist steil hier oben. Aber durch die Tipps der Geologen und Propectorn im Camp war ich mittlerweile schon an das Arbeiten am Berg gewohnt.

Am Fuße des Gerölls gibt es nur ein Motto: Rauf da!

Unterwegs kommen wir an einigen interessanten Seinen vorbei. Hier in der Gegend gibt es einige Malachit-Vorkommen.

Wir konnten an dem Tag aber nicht allzu viel machen, da wir kein Klettermaterial dabei hatten. Wir konnten also nur „samplen“, was wir halbwegs gut und sicher erreichen konnten.

Bei der ganzen körperlichen Anstrengungen kann man schon mal was fallen lassen – oberstes Gebot für alles hier oben: Eile mit Weile – Keep Calm!

Ein bisschen Spaß muss sein! Das Ding ist ganz schön weit da runter gekullert…

Nachdem wir dann einige „Chip- , Grab,- und Floatsamples“ gesammelt hatten hieß es gegen frühen Nachmittag: Den Berg runter bis zum nächst möglichen Heli-Pickup-Spot. Das Geröll kam einem ganz schön Respekt einflößen! Wenn man irgendwo hintritt und die Steine kullern ewig bergab – das geht aufs Nervenkostüm!

Juicy Rock im Tellace (Geröll)

Dann kam dichtes Gestrüpp mit dornigen Sträuchern und ohne Sicht auf den Boden. Wie Glücksspiel! Ich komme mir ein bisschen vor wie ein Ami in Vietnam. An sträuchern Festhalten und hoffen, dass da wo man hintritt kein Loch, Felsspalte o.ä. ist.

Wir kamen an den „Creek“, der hinunter ins Tal floss und machten erst mal Pause! Mein lieber Herr Vereinsgesang! Das war scary, wir alle haben uns mindestens jeder 3 mal auf dem Boden liegend wiedergefunden! Wege sind doch was tolles!

Ideales Plätzchen für ne Pause – nur die Mücken nerven.

Da wir hier keinen Überblick über die Topografie hatten und nicht vor einer Klippe enden wollten, baten wir Jan um einen Überflug – „Es gäbe eine alte Brücke der Forstindustrie weiter unten.“ Bald konnten wir es selber sehen.

Endlich mal ein Ort mit ein bisschen mehr Weitsicht – da unten an dem gerodeten Streifen ist eine alte Straße für die logging crews (Holzfäller)

Kein schlechter Ort – keine schlechte Brücke!.

Endlich unten angekommen fanden wir die Brücke und Alex sprang erst mal in den hier unten, schon recht breiten Bach und machte seine Wäsche – in so nem Camp nutzt man jede Möglichkeit. Aber Flott, der Chopper kommt!

und so geht’s dann zurück in unser schönes Camp „Midas“

Fazit zum Prospecting: Was ein geiler Beruf! Natürlich muss man sich einiges an Wissen über Geologie aneignen, aber wenn man auf Arbeit an der frischen Luft in der Wildnis steht, gibt es wohl kaum nen besseren Job! Man sollte auch gewisse skills in Sachen Outdoor mitbringen und halbwegs durchtrainiert sein, denn das ist schon ein Knochenjob! Ich habe mir viele Gedanken dazu gemacht, da dies wohl tatsächlich mein Traumberuf ist. Wenn ich mit 21 diese Erfahrungen gemacht hätte, hätte ich mir ne Immigration überlegt – aber mit fast 30 ist es wohl etwas spät diesen Beruf anzufangen…

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